1918-2018 – Wir erinnern an die Gefallenen des 1. Weltkriegs

Heute vor 100 Jahren endete der Erste Weltkrieg mit dem Waffenstillstand zwischen dem Deutschen Reich mit Frankreich und Großbritannien. Schon in den Monaten zuvor war die Situation für die Truppen der Österreich-Ungarischen Monarchie, die Seite an Seite mit dem Deutschen Kaiserreich gegen Frankreich, Russland, Großbritannien und zuletzt auch die Vereinigten Staaten kämpften, katastrophal.

Im November 1918 ist die k.u.k.-Armee bereits in einem desaströsen Zustand. Soldaten aus den Kronländern desertieren. Seuchen raffen die Männer an der Front dahin. Selbstmorde sind keine Seltenheit. Das Habsburgerreich zerfällt in seine Einzelteile. Schon im Oktober rufen Polen, Tschechen und Slowaken ihre eigenen Nationalstaaten aus. Am 3. November schließt Österreich-Ungarn einen Waffenstillstand mit Italien bzw. der Entente. Am 11. November 1918 verzichtet Österreichs Kaiser Karl darauf, seine Staatsgeschäfte weiter auszuführen. In weiterer Folge wird die Republik Deutschösterreich gegründet.

Musterungsschein
Musterungsschein von Max Mayer aus Obersteinabrunn. Quelle: ÖStA

Seit Kriegsbeginn im Juli 1914 müssen auch junge Männer aus Grabern für den Kaiser an die Front ziehen. Die Bauern der Gemeinde werden von der Erntearbeit weggeholt. Auch Pferde werden gemustert und vom Militär weggebracht. Schon im August 1914 kämpfen die k.u.k-Truppen gegen die russische Armee in Galizien, das im heutigen Polen liegt. Aus Windpassing kämpfte der Schütze Karl Wegenkittel im Schützenregiment 24 als Teil der 4. Armee. Gerade einmal ein Monat nach Kriegsbeginn musste der junge Windpassinger den Kampfeinsatz mit seinem Leben bezahlen. Bei der (heute polnischen) Stadt Zamosc stirbt er im Feld.

Wegenkittel
Karl Wegenkittel als Soldat in der k.u.k.-Armee. Quelle: Foto/Köllner

Über 100 Männer und Burschen aus der Gemeinde sind eingerückt. Auf den Feldern und Höfen der Graberner Dörfer fehlen sie als Arbeitskräfte und die Bevölkerung leidet unter dem Rückgang der landwirtschaftlichen Erträge.

Insgesamt bezahlen 61 Graberner den Kriegseinsatz mit ihrem Leben. Einige Soldaten kehren erst in den Jahren 1919-1921 aus der Kriegsgefangenschaft in Russland oder Italien zurück nach Hause. Wir möchten den Gefallenen der Gemeinde und allen anderen, die durch diesen Krieg ihr Leben verloren haben, heute gedenken.

Liste der Graberner Gefallenen

Liste
Windpassing
Johann Eichinger Leopold Eichinger Johann Schiel Johann Schmit Karl Wegenkittel
Obersteinabrunn
Heinrich Asperl Ignaz Bach Ferdinand Dürr Johann Hiess Franz Schmidt
Georg Schmidt Karl Schmidt Wilhelm Schmidt
Mittergrabern
Leopold Bauer Franz Brenner Johann Dürr Leopold Eibl Johann Hölblinger
Anton Patzl Josef Riemer Georg Schuster Franz Vogler
Obergrabern
Josef Berger Franz Maurer Leopold Meister Lorenz Prem Anton Wittmann
Heinrich Wittmann
Schöngrabern
Franz Arbes Karl Berger Josef Breichner Josef Eder Anton Eisen
Jakob Jordan Leopold Kerschl Johann Kienmayer Anton Kleedorfer Johann Kührer
Franz Kramerlechner Anton Mandl Georg Loicht Franz Mayer Hubert Navradil
Ferdinand Pamperl Mathias Pamperl Iganz Prinz Florian Schmit Franz Schmit
Ignaz Schwayer Josef Spitzer Anton Wolf Johann Zeitlberger Ignaz Zeller

Quellen